LAXBRUNCH 65 | 21.06.26 | Die weite Sargassosee. Wer ist hier wahnsinnig? Mit Katharina Unteutsch
In dieser Folge haben wir die Autorin Katharina Unteutsch zu Gast. Sie hat den Roman "Die weite Sargassosee" von Jean Rhys aus dem Jahr 1966 mitgebracht. Ein aufregendes Buch, geschrieben von einer Frau, deren Leben auch aufregend gewesen ist, oft allerdings im negativen Sinne. Und so ist "Die weite Sargassosee auch keine leichte Strandlektüre sondern ein dunkel glosender Monolith, der auf nur 220 Seiten ein abgründiges Identitätsdrama vor dem betörenden Hintergrund der Karibik entwickelt. Dabei ist der Roman zugleich ein mutiges und notwendiges Prequel zu "Jane Eyre" von Charlotte Brontë. Es geht um Natur und Zivilsation, Wildheit und Unterdrückung, Hautfarben, Geschlechter und die Flucht in den Wahnsinn. Wir sprechen auch über die Frage, ob der Roman feministisch und im engen Sinne postkolonial ist, und gehen auch ein wenig auf das Leben der Autorin ein.
LAXBRUNCH 64 | 17.05.26 | Stille in Teheran oder Schweinerei in Paris?
Diesmal sprechen wir über "Nachts ist es leise in Teheran" von Shida Bazyar aus dem Jahr 2016 und über den Millionenerfolg "Schweinerei" von Marie Darrieusseqc, der 1996 auf Französisch veröffentlicht wurde. Wir sprechen über den Versuch, eine iranische Fluchtgeschichte aus mehreren Perspektiven und in verschiedenen Zeiten zu erzählen und über Satire als manchmal ermüdendes Genre. Außerdem fragen wir uns, wie gut Bazyar die Rollenprosa in ihrem Romandebüt gelingt, und was uns Darrieusseqc mit ihrem Skandalbuch eigentlich sagen wollte. Es geht um migrantische und weibliche Identitäten, um Kommunismus und Kapitalismus und um Emapthie und Genervtheit.
LAXBRUNCH 63 | 19.04.26 | Judith Herrmann & Tove Ditlevsen. Heißt Schreiben, sich selbst ausliefern?
Diesmal sprechen wir über das aktuelle autofiktionale Werk "Ich möchte zurückgehen in der Zeit" von Judith Herrmann und über Tove Ditlevsens autofiktionalen Klassiker "Kindheit" aus dem Jahr 1967. Wir sprechen über Leerstellen in familiären Erzählungen, die Frage, wer sich heute noch für den Holocaust interessiert, und über unser eigenes Interesse an den Biografien unserer Eltern und Großeltern. Außerdem beschäftigen wir uns mit Kindheit im Allgemeinen und der von Tove Ditlevsen im Besonderen und gehen der Frage nach, ob das Lesen und Schreiben von Literatur alleingelassene Menschen eher rettet oder beschädigt. Eine lange und teils persönliche Folge, die auch um die Frage kreist, wieviel Verdrängung nötig ist, um lebensfähig zu bleiben.
LAXBRUNCH 62 | 15.03.26 |"Liefern" und "Die Wand". Lesenswerte Existenzkämpfe?
Diesmal sprechen wir über den gerade erschienenen, episodisch gestalteten Roman "Liefern" von Tomer Gardi und Marlen Haushofers Klassiker "Die Wand" aus dem Jahr 1963. Im Gespräch über die beiden Romane kommen wir auf Themen wie "Lieferdienste", "Liebe zu Tieren" und "Differenzfeminismus". Wir sprechen über Individualismus als Privileg, Fürsorge, Resilienz, Freiheit in der Zivilisation und in der Natur und außerdem über Nefelis Vorsatz, freundlich zu sein.
LAXBRUNCH 61 | 01.03.26 |"Giovannis Zimmer", James Baldwin. Zeitlos tragisch? Mit Daniel Mellem.
Diesmal haben wir den Autor Daniel Mellem zu Gast, dessen neuer Roman "Einstein im Bade" gerade bei Kein & Aber erschienen ist. Er hat den Zweitling des US-amerikanischen Autors James Baldwin mitgebracht, den 1956 erschienenen Roman "Giovannis Zimmer". Wir sprechen über homosexuellen Selbsthass, "American Innocence" und True-Crime-Stories der 1950er, in denen Schwule Opfer und Täter sind. Außerdem geht es um die Körperfeindlichkeit des "weißen" Amerika, um Hassliebe, Frauen- und Männerrollen und die Zusammenhänge zwischen individuellem Begehren und gesellschaftlichen Leitbildern. Und natürlich geht es auch um die Frage, wie wir uns den Ich-Erzähler des Romans vorstellen und was uns an ihm fasziniert.
LAXBRUNCH 60 | 25.01.26 |"Unverdiente Ungleichheit" von Martyna Linartas. Sachbuch der Stunde?
Unsere 60. Folge ist etwas anders, denn diesmal ist Nefeli nicht dabei. Während sie an der Amalfiküste neue Ideen sammelt und den Vesuv besteigt, spricht Anselm mit Piero Masztalerz, der sonst hinter den Kulissen für die Technik verantwortlich ist. Piero, der als Cartoonist und Comedian durch den deutschsprachigen Raum reist, hat einmal keinen literarischen Text sondern ein Sachbuch mitgebracht: In "Unverdiente Ungleichheit. Wege aus der Erbengesellschaft" erläutert die Politikwissenschaftlerin Martyna Linartas eindrücklich, warum die große Verrmögensungleichheit in Deutschland und weltweit nicht nur ungerecht ist, sondern auch sozial und ökonomisch schädlich und eine große Bedrohung für Demokratie und Klima. Sie skizziert aber nicht nur den bedenklichen Ist-Zustand, sondern bietet auch einen überraschenden und lehrreichen historischen Blick auf die Ausgestaltung der Erbschaftssteuer in Deutschland, aktuelle Perspektiven aus der deutschen Wirtschaftselite und schließlich auch konstruktive Lösungsvorschläge. Piero und Anselm reden über sogenannte Superreiche, ökonomisches Desinteresse heutiger Linker und die immer gleichen Mythen beim Thema (Erbschafts-)Steuern.
LAXBRUNCH 59 | 21.12.25 |"Gym" von Verena Kessler. Bärenstark? Mit Isabel Bogdan.
Diesmal haben wir die Autorin und Übersetzerin Isabel Bogdan zu Gast und sprechen mit ihr über "Gym", den dritten Roman von Verena Keßler. Unser Gespräch dreht sich um Ehrgeiz, Karriere und Körperkult, um unser Interesse an der Ich-Erzählerin, und um die Sprache, in der Keßler ihren schlanken Roman geschrieben hat. Auch reden wir über "Fitnessstudios" als literarische Orte und unsere eigenen Erfahrungen mit Gyms.
LAXBRUNCH 58 | 26.11.25 |"Adlergestell" und "Bär". Starke Frauen?
In dieser Folge sprechen wir über den recht aktuellen Roman "Adlergestell" von Laura Laabs, in dem wir vor allem drei Grundschülerinnen in einem Ost-Berliner Vorort kurz nach dem Fall der Mauer erleben. Und wir sprechen über "Bär", einen Roman, den die kanadische Schriftstellerin Marian Engel 1976 veröffentlicht hat. In "Bär" sichtet eine Bibliothekarin auf einer kleinen, einsamen Insel den Buchbestand eines Siedlers und beginnt ein intimes Verhältnis mit einem auf der Insel lebenden Bären.
Wir sprechen über frühreife Kinder in der DDR, starke Frauenfiguren, über Fairy Ultra, Machtverhältnisse und radikale Gesellschaftskritik mit sanfter Haltung. Außerdem diskutieren wir die Frage, ob Kinder gute Protagonisten für literarische Werke sind, und erörtern, warum Sex mit Tieren eklig sein könnte und wie man so darüber schreibt, dass es nicht peinlich ist.
LAXBRUNCH 57 | 19.10.25 |"Haus zur Sonne" und "automatisches Reich". Nichts wie weg?
Diesmal reden wir über "Haus zur Sonne" von Thomas Melle. Das autofiktionale Werk, dass an die "Die Welt im Rücken" anschließt, aber die depressive Phase der Bipolar 1 Störung im Zentrum hat, stand gerade auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Der Icherzähler beschließt darin, seinem Leben ein Ende zu setzen. Dazu sucht er eine fiktive Einrichtung auf. Im "Haus zur Sonne" kann man sich ein paar Wochen per Simulation alle Wünsche erfüllen lassen, bevor man auf eigenen Wunsch getötet wird. Nur, was soll man sich wünschen, wenn man wunschlos unglücklich ist? Außerdem reden wir über den SF-Roman "Das automatische Reich". Ralph Hammerthaler zeichnet darin einen zukünftigen totalitären Staat auf den Trümmern der EU. Trotz ausgeklügelter Überwachung und eines Spitzelsystems gibt es Menschen, die in Kommunen ein andere, nachhaltige Lebensweise praktizieren. Wir sprechen über Depression und Sexismus, über Humor und Lebensüberdruss, über Science Fiction und eine gut gekühlte Cola Zero.
LAXBRUNCH 56 | 21.09.25 |"Der Gott des Waldes" von Liz Moore. Ein literarischer Thriller?
Diesmal sprechen wir mit dem Autor und Übersetzer Cornelius Hartz. Er stellt "Der Gott des Waldes" von Liz Moore zur Diskussion, einen Roman, den er selbst aus dem amerikanischen Englisch ins Deutsche übersetzt hat. "Der Gott des Waldes" war in den USA ein riesiger Erfolg und hat auch in Deutschland schon mehr als 100.000 Exemplare verkauft. Ist das Buch wirklich so gut? Was macht seinen Reiz aus? Und wie läuft eigentlich so eine Übersetzung ab? Wir sprechen über Klassenunterschiede und Sexismus, Gesellschaftspanoramen und Figurenpsychologie, starke Frauenfiguren und die Faszination von Sommer-Camps. Und natürlich über die Herausforderung, einen Text aus der einen Sprache in die andere zu übertragen.
LAXBRUNCH 55 | 23.07.25 |"Der Tod in Venedig" und "Ahmadjan und der Wiedehopf". Zuckersüß?
Diesmal sprechen wir über die 1913 veröffentlichte Novelle "Der Tod in Venedig" von Thomas Mann und über den 2024 publizierten Comic "Ahmadjan und der Wiedehopf" von Maren und Ahmadjan Amini. Wir reden über künstlerischen Narzissmus, den Niedergang des Großbürgertums, Sufi-Mystik und die Liebe, die durch schlichte Comiczeichnungen übertragen werden kann. Außerdem erzählen wir uns, was wir von Manns Sprache und Attitüde in seiner "Tragödie einer Entwürdigung" halten und erklären, warum AfD-Wählerinnen den Comic von Maren und Ahmadajan Amini lesen sollten.
LAXBRUNCH 54 | 15.06.25 |Wohnt der Kaiser der Freude im Tokyo Sympathy Tower?
Diesmal sprechen wir über zwei aktuell auf Deutsch erschienene Romane: "Der Kaiser der Freude" von Ocean Vuong und "Tokyo Sympathy Tower" von Rie Qudan. In dem Podcast geht es um die Frage, wann große Gefühle kitschig sind, wieviele Themen in einem Roman verhandelt werden sollten und ob "Künstliche Intelligenz" die Literatur bereichert oder beschädigt. Wir sprechen über das Arbeiten in der Gastronomie und die Opioid-Krise, die Auswirkungen politisch korrekter Sprache, den gesellschaftlich besten Umgang mit Verbrechern und die Strahlkraft der Architektur. Dabei wissen wir manchmal selbst nicht mehr, wo hinten und vorne ist, und aus wessen Perspektive hier eigentlich gerade erzählt wird.
LAXBRUNCH 53 | 18.05.25 |"Blutsschwestern" von Ana Wetherall-Grujić. Mit Till Raether.
Dieses Mal redet Nefeli mit dem Hamburger Autor Till Raether über den Debütroman „Blutsschwestern" von Ana Wetherall-Grujić, während sich Anselm in einem Residenzstipendium aufhält. In dieser Folge gehen wir der Frage nach, inwiefern sich Literatur anders lesen lässt, wenn sie eine Genre-Klammer erhält. Dabei versuchen wir zu klären, ob Ana Wetherall-Grujićs Debütroman ein Krimi ist, und welche anderen Genres sich vielleicht in ihm finden lassen. Wir sprechen über Geschwisterdynamiken, über die Darstellung physischer und psychischer Gewalt in Romanen und was für oder gegen Triggerwarnungen spricht.
LAXBRUNCH 52 | 20.04.25 |Mein Air der Ruhe und Entspannung.
Diesmal reden wir über "Air", den neuen Roman von Christian Kracht und über Ottesa Moshfegs internationalen Bestseller "Mein Jahr der Ruhe und Entspannung" aus dem Jahr 2018. Wir sprechen über die Sehnsucht nach Kargheit und einem aufs Wesentliche reduzierten Lebens, über die Kunst des Dialogs und phantastische Welten und auch über den Elefanten im Raum der Anbetung des Christian Kracht. Außerdem befassen wir uns mit einer Antiheldin und ihren Motiven für derben Medikamentenmissbrauch, dem Unterschied von "eitel" und "depressiv" und der Frage, was denn nun besser ist: Sein oder Nichtsein?
LAXBRUNCH 51 | 16.03.25 |Tanja Maljartschuk und Natascha Wodin. Ein Blauwal in Mariupol?
Diesmal sprechen wir über zwei autofiktionale Romane, in denen die Ukraine und ukrainische Identität eine zentrale Rolle spielen. In Tanja Maljartschuks "Blauwal der Erinnerung" stößt eine Ukrainerin während einer geistig-spirituellen Krise auf den Hirstoriker und politischen Publizisten Wjatscheslaw Lypynskyj, der im damaligen Polen gebürtig, sich doch als Ukrainer verstand und sich zeitlebens für einen ukrainischen Nationalstaat stark machte. Natscha Wodin forscht in "Sie kam aus Mariupol" zu ihrer aus dieser südöstlichen ukrainischen Hafenstadt stammenden Mutter, die sich als 36-Jährige das Leben nahm. Wodin enthüllt dabei eine aufwühlende Familiengeschichte inmitten der Ungerechtigkeiten und Gräuel des 20. Jahrhunderts. Wir sprechen über Identitäten und Sehnsucht, Recherche und die Verbindung zu längst Verstorbenen, psychische Krisen und natürlich auch über die Ukraine in Geschichte und Gegenwart.
LAXBRUNCH 50 | 16.02.25 |Zankt ihr euch manchmal? Eure Fragen, unsere Antworten
Zur Feier unserer 50. Folge besprechen wir keine Bücher, sondern gehen auf die Fragen ein, die ihr uns über die sozialen Medien gestellt habt, Wir sprechen über unsere Lieblingsbücher als Kinder und Jugendliche, über Fehler bei der Podcastgestaltung und die Kriterien, nach denen wir die Bücher für laxbrunch auswählen. Außerdem erfahrt ihr unter anderem auch noch etwas über die Rückmeldungen von Autor*innen, Nefelis literarischen Geschmack und Anselms Ungeduld.
LAXBRUNCH 49 | 21.01.25 |Slata Roschal: Slata Roschal: "Ich möchte Wein trinken...
Diesmal sprechen Anselm und die Autorin und bildende Künstlerin Marie-Alice Schultz über den zweiten langen Prosatext von Slata Roschal. Es handelt sich um sehr dichtes Werk, in dem sich viele Themen und eine ungewöhnliche Sprache entdecken lassen. Im Podcastgespräch geht es um heutige Mutterschaft und Überforderung, um Einsamkeit trotz Familienleben, um eine Wut, die nicht weiß, gegen wen oder was sie sich richtet, und auch um den feinen Humor, der in der Kippschwingung von These zu Antithese verborgen sein kann. Dabei haben Anselm und Marie-Alice durchaus einen sehr unterschiedlichen Blick auf "Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten." Eine dritte Sichtweise fehlt diesmal leider, denn Nefeli befindet sich in einer Auszeit, um ihren ersten Roman zu beenden.
LAXBRUNCH 48 | 13.12.24 |Weihnachts-Spezial: Buchgeschenke für alle!
Diesmal besprechen wir nicht ein oder zwei Bücher, sondern stellen kurz und knackig 15 Titel vor, die sich hervorragend als Geschenke eignen. Zumindest für die Zielgruppe. Wer das sein könnte, solltet ihr nach unseren Kurzvorstellungen -- nach dem Prinzip "Ich n Buch, du n Buch" -- gut einschätzen können. Dabei werden wir von Piero unterstützt, der sonst hinter den Kulissen als Tonmeister wirkt. Wir stellen Kinder- und Jugendbücher, Comics, Sachbücher und natürlich Romane für große Leser*innen vor. Das wird ein Fest!
LAXBRUNCH 47 | 23.11.24 |Hey, guten Morgen, wie geht es dir, Molloy?
Diesmal reden wir über das gerade mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnete Buch "Hey guten Morgen, wie geht es dir?" von Martina Hefter und über den 1951 erschienenen Roman "Molloy" von Samuel Beckett. Es geht um Bienen und Tanz, körperliche Gebrechen und Altern, um Leipzig und Bally-ba, um Chats mit Fremden und Selbstgespräche, um Identität und Virtualität, und natürlich auch um die Frage, wie man 16 Lutschsteine in vier Manteltaschen am besten anordnet, wenn man alle 16 Steine nacheinander ohne Doppelungen lutschen will. Falls ihr nicht versteht, was wir hier labern: Das passt ziemlich gut zu unseren Lektüreeindrücken. Also, herzlich willkommen zur neuen Folge!
LAXBRUNCH 46 | 20.10.24 |Clive Barker und die "Bücher des Blutes". Kult oder Kack? Mit Wolf Speer.
Diesmal sprechen wir mit Wolf Speer vom Horrorfilm-Podcast "Horrohr". Und er hat gleich sechs Bücher voller Erzählungen mitgebracht, nämlich die Bücher des Blutes des englischen Horrorautors, Malers und Regisseurs Clive Barker. Und so begeben wir uns also tief hinein ins Horror-Genre und gehen der Faszination der Barker-Geschichten auf den Grund. Welche Settings und Szenarien wählt Barker in seinen brutalen Geschichten? Was hat es mit der Nähe von Lust und Schmerz auf sich? Was ist das Neue an Clive Barker? Was sind die sprachlichen Unterschiede von "Literatur" und "Genre"? Und warum langweilt sich Nefeli bei manchen der Geschichten?
LAXBRUNCH 45 | 18.08.24 |"Auf allen Vieren" von Miranda July. Unsere intimste Folge?
In unserer 45. Folge besprechen wir das neue Buch von Miranda July, in dem das Leben der Protagonistin aufgrund einer Begegnung auf den Kopf gestellt wird. Wie passend, dass die Hauptfigur des Romans "Auf allen Vieren" auch 45 Jahre alt ist. Wir reden über die Parallelen von Pubertät und den Wechseljahren und über die unterschiedlichen Formen von Nähe. Wir fragen uns, was Begehren für das Menschsein bedeutet und wie Geschlechterrollen das Kindsein prägen. Und manchmal lachen wir auch einfach über einzelne humorvollen Passagen.
LAXBRUNCH 44 | 21.07.24 |"Die entscheidende Nacht" von Tobias Wolff. Mit Herbert Hindringer.
Diesmal haben wir den Hamburger Schriftsteller Herbert Hindringer zu Gast, der uns einen Kurzgeschichten-Band von Tobias Wolff mitgebracht hat. Wir reden über einzelne Geschichten, die wir besonders eindrücklich gefunden haben und darüber, ob es so etwas wie einen Wolff´schen Stil gibt, der sich durch alle Erzählungen durchzieht. Außerdem geht es um Figurenbeschreibung, und inwiefern sie als schrullig oder gar als süß bezeichnet werden können. Wir diskutieren auch die Frage, warum der deutsche Buchhandel sich vor Erzählbänden so scheut und wie Herbert Hindringer hierfür einen Rettungsvorschlag liefern kann.
LAXBRUNCH 43 | 16.06.24 | Über das Lesen.
Wann haben wir angefangen zu lesen? Und was? Welche Texte haben besonderen Eindruck auf uns gemacht? Welche Lektüren haben unser eigenes Schreiben beeinflusst? Wir sprechen über Karl May und Knax-Hefte, über Sagen des klassischen Altertums und Lustige Taschenbücher, über Sarah Kane und die kleine Raupe Nimmersatt. Und natürlich noch über manches mehr, was uns bis heute am Lesen hält.
LAXBRUNCH 42 | 19.05.24 | "Unser allerbestes Jahr" mit "Der talentierte Mr. Ripley". Glaubhaft?
Diesmal sprechen wir über das erzählende Sachbuch "Unser allerbestes Jahr" von David Gilmour und "Der talentierte Mr. Ripley" von Patricia Highsmith. Wir reden über Filme, Vater-Sohn-Beziehungen, ungewöhnliche Wege der Bildung, Psychopathologie, sexuelle Identität und die Frage, wie glaubhaft die ganze Ripleygeschichte denn nun überhaupt ist. Dabei gehen wir auch auf die neue "Ripley"-Serie, die Verfilmung mit Matt Damon und ein paar biografische Details von Patricia Highsmith ein.
LAXBRUNCH 41 | 28.04.24 | Truman Capote und Hiromi Itō. Zu real?
Diesmal sprechen wir über den non-fiction Klassiker "Kaltblütig" von Truman Capote und das gerade bei Matthes & Seitz auf Deutsch erschienene Essay "Hundeherz" von Hiromi Itō. Wir gehen der Frage nach, was "Kaltblütig" bis heute so faszinierend macht, geben Einblicke in den Entstehungsprozess, versuchen Fiktion und Realität zu trennen und denken über die moralische Verantwortung eines True-Crime-Autors nach. Außerdem reden wir über Hunde und deren Wesen, Menschen, die sterben und die Gelassenheit, die jenseits der Egofixierung warten kann. Kurz: Wir sprechen mal wieder über Literatur, die bewegt.
LAXBRUNCH 40 | 17.03.24 | "Unsereins". Inger-Maria Mahlke vs. Thomas Mann? Mit Britta Schmeis.
In der 40. Folge bespricht Anselm mit der Kulturjournalistin Britta Schmeis (Der Spiegel, Die Welt, NDR) den Roman "Unsereins", der auf 500 Seiten die Lübecker Gesellschaft um die Wende vom 19. ins 20. Jahrhunderts beleuchtet und dabei eine Neuschreibung der "Buddenbrooks" vornimmt. Thomas Mann selbst kommt in dem Roman als Jugendlicher vor, dazu etliche historische oder fiktive Persönlichkeiten, die in ihrem Zusammenspiel die gesellschaftlichen Verhältnisse anschaulich machen. Wir sprechen über Antisemitismus und Emanzipation, über den harten Arbeitstag der Dienstboten und die Ansprüche der Bürgersöhne, über Homosexualität und die Verehrung von Schriftstellern, die ein paar Jahrzehnte später niemand mehr interessieren. Und wir gehen der Frage nach, wie Mahlke ihren kühnen Stoff sprachlich gestaltet hat und ob diese in unseren Augen Gestaltung rundum gelungen ist.
Nefeli fehlt diesmal leider, weil sie sich zum Schreiben ihres eigenen Romans eine kleine Auszeit genommen hat.
LAXBRUNCH 39 | 18.02.24 | "Augustblau" und "Minihorror". Einhellige Begeisterung?
Diesmal sprechen wir über die aktuellen Romane von Deborah Levy und Barbi Marković. In Levys "Augustblau" erleben wir die Krise einer jungen Starpianistin auf der Suche nach ihrer Identität. In Markovićs "Mini-Horror" kippt der Schrecken des Alltags in lose verknüpften Erzählungen immer wieder ins Groteske. Wir sprechen über die Darstellung der Corona-Pandemie in einem Roman und über die Nöte der Mittelschicht, über Erzählökonomie und Querverweise, über Doppelgängerinnen und Lustige Taschenbücher. Und natürlich darüber, was uns an den Büchern gefällt, und was nicht.
LAXBRUNCH 38 | 21.01.24 | Hjorth und Handke. Geniale Krisenerzählungen?
Diesmal sprechen wir über einen frühen Prosatext von Peter Handke. In "Die Stunde der wahren Empfindung" gerät Gregor Keuschnig, ein österreichischer Pressereferent nach einem Traum ziemlich aus den Fugen. Im Roman "Die Wahrheiten meiner Mutter" von Vigdis Hjorth, versucht eine etablierte Künstlerin nach 30 Jahren Kontakt zu ihrer über 80 Jahre alten Mutter aufzunehmen und reißt dabei alte Wunden auf. Wir sprechen unter anderem über Autofiktion, die keine ist, über die sprachliche Gestaltung von Krisensituationen, Mutter-Tochter-Beziehungen und neurotische Männer.